Schola Cantorum Basiliensis
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2. Master of Arts in Spezialisierter Musikalischer Performance – Alte Musik


Dauer: in der Regel zwei Jahre
Workload
: 120 Credit Points (CP)


2.1 Vertiefung Mittelalter-Renaissance

Zielgruppe und Inhalte
Das Programm richtet sich an Studierende mit einem sehr guten Bachelor of Arts der SCB in der Vertiefung Mittelalter/Renaissance und an externe Interessenten, die bereits sehr gute Grundlagen in Theorie und Praxis der Musik des Mittelalters und der Renaissance besitzen. Gegenstand der Ausbildung ist die Musik Europas aus der Karolingerzeit bis ins 16. Jahrhundert.

Ausbildungsschwerpunkte
Zentrale Anliegen sind die Perfektionierung der instrumentalen und vokalen Kompetenzen sowie der Ensemblefähigkeit der Studierenden. Darüber hinaus soll das selbständige wissenschaftliche und künstlerisch-kreative Arbeiten gefördert werden, indem pro Studienjahr je ein Spezialthema aus der älteren Musikpraxis in Zusammenarbeit mit einem/einer Dozierenden vertieft behandelt und präsentiert wird. Der Nachweis der wissenschaftlich-reflexiven Fähigkeiten wird mit einer Masterarbeit erbracht.
Darüber hinaus wird grosses Gewicht auf die Ensemblearbeit und die Fähigkeit zur Führung von Ensembles gelegt.

Zielkompetenzen und berufliche Qualifikationen
Ziel ist die Ausbildung zu einer künstlerischen Persönlichkeit, die auf höchstem instrumentalen und vokalen Niveau historische und künstlerische Aspekte der älteren Musik kreativ zu verbinden weiss. Für die Musik des Mittealters und der Renaissance existiert nur der freie Musikmarkt mit Konzerten, Kursen und Tonträgeraufnahmen. Umso wichtiger ist die künstlerische und intellektuelle Eigenständigkeit einer Musikerpersönlichkeit, die mit Kreativität und musikalischer Überzeugungskraft ihr Publikum zu überzeugen vermag.


2.2 Vertiefung Renaissance-Romantik

2.2.1 Variante Historische Spielpraxis

Zielgruppe und Inhalte
Das Programm richtet sich vor allem an MusikerInnen mit einer abegeschlossenen Hochschulausbildung, die sich im Bereich der Alten Musik zusätzlich qualifizieren möchten, jedoch nicht beabsichtigen, ihre berufliche Laufbahn ausschliesslich damit zu bestreiten. Das zweijährige Programm ist vor allem auf die spielpraktische Ausbildung fokussiert. Zentrale Theoriefächer für die ältere Musik werden in einem konzentrierten Kurs (Gehörbildung/ Historische Satzlehre/ Historische Notation) vermittelt oder mit alternativen Angeboten absolviert.
Bei anrechenbaren Voraussetzungen kann dieser Vertiefungsbereich auch mit 90 CP absolviert werden.

Zielkompetenzen und Qualifikation
Fortgeschrittene Kompetenzen auf dem historischen Instrument / im Gesang, als ergänzende Qualifikation zu einer herkömmlichen Ausbildung, verbunden mit soliden Grundkenntnissen in historischer Theorie.
Ziel des Programms ist eine hohe Kompetenz in der historischen Musikpraxis im beruflichen Wechsel mit dem Spiel heutiger Instrumente und aktueller stimmlicher Aufgaben.

Dozierende: siehe Verzeichnis der Hauptfach-Dozierenden

2.2.2 Variante Generalbass/Ensembleleitung

Zielgruppe und Inhalte
Die Ausbildung richtet sich an sehr gut qualifizierte Spieler und Spielerinnen von Tasteninstrumenten, vorzugsweise auf dem Cembalo, die über eine ausgezeichnete Basis im Generalbassspiel verfügen und die instrumentaltechnischen, theoretischen und kreativen Voraussetzungen besitzen, um sich umfassend mit diesem Gebiet auseinanderzusetzen. Das Programm nutzt singuläre Kompetenzen und Ressourcen der SCB, die in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurden und die Hochschule zum Zentrum für historisch informiertes und differenziertes Generalbassspiel werden liessen. Zum Hauptfachunterricht in Generalbass kommt eine kleinere Unterrichtseinheit für die rein instrumentalen Fertigkeiten.
Fest verbunden mit der Generalbassausbildung ist ein Minor in Ensembleleitung, da beide Aufgabenfelder eng ineinandergreifen.

Zielkompetenzen und berufliche Qualifikationen
Absolventen dieses Masterprogramms sind in der Lage, alle denkbaren Generalbassaufgaben mit höchster Kompetenz auszuführen und darüber hinaus ein Ensemble sicher bis zur Aufführung eines Werkes zu bringen.

Dozierende: Jörg-Andreas Bötticher, Jesper B. Christensen, Andrea Marcon (für “Maestro al cembalo“) u.a.

2.2.3 Variante Improvisation

Zielgruppe und Inhalte
Das Programm richtet sich vor allem an Spieler und Spielerinnen von Tasteninstrumenten, die bereits über sehr gute Fähigkeiten auf dem Instrument und exzellente Voraussetzungen für die historisch informierte Improvisation verfügen. Es sind auch Studierende von Melodieinstrumenten willkommen, wenn sie eine besondere Eignung für die Improvisation nachweisen können.
Die Improvisation in ihren verschiedenen Ausprägungen (für Tasteninstrumente nahezu alle Formen des solistischen Repertoires, für Melodieinstrumente vor allem Verzierung, Diminution, Variation und Kadenzen) ist eine zentrale Aufgabe in der Historischen Musikpraxis, in der nahezu alle Kompetenzen, die in der Alten Musik erworben werden können, zusammen fliessen. Im idealen Fall eine „composition in performance“. Die SCB kann sich mit diesem Programm auf singuläre Angebote Improvisationspraxis, Theorie und historischer Satzlehre stützen, die in den vergangenen Jahrzehnten im Rahmen der Diplom-Programme erarbeitet wurden.
Trainiert werden die Fähigkeiten zum stilistisch differenzierten Improvisieren, wobei Kenntnisse der historischen Satzlehre, des Generalbasses, höchste spieltechnische Kompetenzen und persönliche Kreativität vereint werden.

Zielkompetenzen und berufliche Qualifikationen
Die Stärkung der historisch informierten Improvisation in der Konzertpraxis wird zu einem innovativen Schub in der historischen Musikpraxis führen und schlägt die Brücke zu den zeitgenössischen Formen improvisierter Musik. Absolventen dieses Studienganges werden in der Lage sein, auf historisch informierter Basis musikalisch-schöpferische Aufgaben im Konzertleben zu erfüllen. Ein beabsichtigter Nebeneffekt dieses Programms ist der neue, eigenschöpferische Blick auf die überlieferten Musikdenkmäler und damit verbunden eine aktuelle und dynamische Sichtweise auf das überlieferte musikalische Erbe.

Dozierende: Nicola Cumer, Emmanuel Le Divellec, Dirk Börner, Markus Schwenkreis (Improvisation), Dr. Johannes Menke, Dr. Felix Diergarten (Satzlehre) u.a.

Studiengangsleitung:
Vertiefung Mittelalter-Renaissance: Kelly Landerkin
Vertiefung Renaissance-Romantik: Federico Sepúlveda

Zulassungs-Voraussetzungen
:
  • Matur/Abitur oder ein äquivalenter Abschluss.
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium in Musik (BA, MA, Diplom)
  • Überdurchschnittliche musikalische Begabung, fachliche Eignung, sehr gute Qualifizierung im Hauptfach
  • Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (die Unterrichtssprache an der SCB ist deutsch)
  • Bestandene Aufnahmeprüfung
  • Freier Studienplatz im gewünschten Programm


Anmeldeformular:
- als Word-Formular (zum Ausfüllen mit Computer)
- als Word-Formular (english)
- als PDF (zum Ausfüllen von Hand)
- als PDF (english)

Informationen:
- Zum Theorie-Teil der Aufnahmeprüfung (Gehörbildung/Musiklehre)
- Zum praktischen Teil der Aufnahmeprüfung (Beispiele für vorzutragende Werke im Hauptfach)


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