Schola Cantorum Basiliensis

Forschungsprojekte

Publikationen in Vorbereitung:

  • Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis 33 (2009) - (erscheint 2012)
  • Karin Paulsmeier Smith, Notationskunde 17. und 18. Jahrhundert (SCRIPTA II)
  • Kompendium Improvisation, mit Beiträgen Rudolf Lutz, Markus Schwenkreis, Emanuel Le Divellec, Nicola Cumer, u.a.; Redaktion Anselm Hartinger (erscheint voraussichtlich Frühjahr 2012)

Datenbanken:




Italienische Oper an deutschsprachigen Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts

SNF Förderungsprofessorin Dr. Christine Fischer
siehe eigene Webseite: http://www1.scb-basel.ch/114875


Gender Transgressionen - historische Aufführungspraxis im Spannungsfeld von Wissenschaft, Praxis und ÖffentlichkeitErstes Teilprojekt: Francesca Caccinis La liberazione di Ruggiero dall’isola d‘Alcina

PROJEKTLEITUNG

Prof. Dr. Christine Fischer

PROJEKTMITARBEITENDE

Musikalische Leitung: Giorgio Paronuzzi; Regie: Manfred Weiss; Komposition: Abril Padilla; Bühne: Marion Menziger; Kostüm: Marianna Meyer; Licht: Cornelius Hunziker; Sound: Bernadette Johnson; Projektleitung, Dramaturgie: Christine Fischer; Korrepetition, Einstudierung: Francesco Pedrini; Regieassistenz: Helena Langewitz; Dramaturgieassistenz: Holger Schumacher; Bühnenbildassistenz: Manuel Schneider; Projektorganisation: Magali Perret

Sängerinnen und Sänger der Opernklasse der SCB;

In Zusammenarbeit mit La Cetra Barockorchester Basel; Elektronisches Studio Basel


FINANZIERUNG

  Bundesamt für Berufsbildung und Technologie 

  Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
  • L. + Th. La Roche Stiftung

  • Theater Basel
  •   Maja Sacher-Stiftung

    •   Ernst Göhner Stiftung


    PRAXISPARTNERSCHAFTEN

    PROJEKTDAUER

    Mai 2011 -  Mai 2012

    BESCHREIBUNG

    Im Rahmen des Programmes „Chancengleichheit von Frauen und Männern“ hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie im Mai 2010 die Anschubfinanzierung des von Christine Fischer geleiteten Projektes Gender Transgressionen gewährt. Ziel des Projektes ist die Verbreitung von Genderwissen in Musik über Aufführungen und Begleitveranstaltungen an Studierende, Musikwirkende und die Öffentlichkeit in Basel und Dresden. Das Projekt knüpft inhaltlich an eine Vermittlungsproblematik in der Genderforschung an: Inzwischen gibt es sehr viel Wissen über Genderfragen in der Musik, viele Kompositionen von Frauen sind gefunden und ediert oder zugänglich gemacht. Dennoch sind Aufführungen, die Genderthematik wohlüberlegt in den Mittelpunkt ihrer Konzeptionen stellen, dünn gesät; und nicht zuletzt mangelt es an überzeugenden Aufführungen von Werken weiblicher Komponisten – besonders was Opern angeht.

    Um diese Problematik in den Fokus zu nehmen, führt die Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis als ersten Schritt von „Gender Transgressionen“ im Mai 2012 Francesca Caccinis 1625 in Florenz erstmals präsentiertes Opernballett La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina auf (Die Befreiung Ruggieros von der Insel Alcinas). Die Projektarbeit ist geprägt vom Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit, der bewusst reflektiert und auch in neuen Veranstaltungsformen bzw. –kom-binationen rund um die Aufführung Widerhall finden wird.

    AUFFÜHRUNG

    Zwischen Liebeszauber und Pflicht –

    Francesca Caccinis Opernheld Ruggiero als Spielball starker Frauen

    Das Team der 2009 erfolgreichen Scarlatti-Produktion Penelope la casta setzt seine Arbeit mit der Inszenierung einer Ballettoper der Florentinischen Hofkomponistin Francesca Caccini fort. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Gender Transgressionen“ singt die Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis in der Sicht-Bar Eventhalle der Blindekuh Basel und in der Semperoper Dresden, Junge Szene.

    Ein junger, vielversprechender Krieger, gefangen im Liebeszauber einer schönen Verführerin, die ihn seine Herkunft und seine Bestimmung vergessen lässt – dieses Urmotiv einer „verhängnisvollen“ Paarbeziehung liefert die Handlung für Francesca Caccinis La liberazione di Ruggiero dall’isola di Alcina.

    Die Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis, begleitet von Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis und dem La Cetra Barockorchester Basel, präsentiert das Opernballett in einer Hochschul-Inszenierung, die musikalisch und szenisch eine Annäherung an die historische Uraufführung von 1625 voraussetzt, sie aber behutsam in das Hier und Jetzt überträgt.

    Dass an der Entstehung und Erstaufführung dieser Ballettoper Frauen massgeblich beteiligt waren – Francesca Caccini als Komponistin und Maria Magdalena von Österreich als Auftraggeberin – verleiht ihr eine besondere Note: Der Kampf zweier Frauen, der Verführerin Alcina und der mahnenden Mutterfigur Melissa, erscheint weit wichtiger als das männliche Heldentum des befreiten Ruggiero.

    Francesca Caccini wuchs in einer berühmten Musikerfamilie auf und musizierte von Kindesbeinen an. Die im damaligen Florentiner Stil, dem ausdrucksstarken „rezitierenden Singen“, verfassten Rezitative machen den besonderen Reiz ihrer Ballettoper aus. Die Musik sollte das Publikum vereinnahmen und verwandeln – ein Prozess, den auch das Basler Publikum miterleben soll, nicht zuletzt in einem besonderen Klangerlebnis in absoluter Dunkelheit, das die Aufführung beschliessen wird.

    La liberazione di Ruggiero dall’isola d‘Alcina

    Ballettoper von Franecsca Caccini

    Text Ferdinando Saracinelli

    in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

    Musikalische Leitung: Giorgio Paronuzzi 

    Regie: Manfred Weiss 

    Bühne: Marion Menziger 

    Kostüm: Marianna Meyer    

    Licht: Cornelius Hunziker

    Tanz: Barbara Leitherer

    Elektroakustische Komposition: Abril Padilla

    Sound-Effekte: Bernadette Johnson

    Projektleitung, Dramaturgie: Christine Fischer

    Korrepetition, Einstudierung: Francesco Pedrini

    Regieassistenz: Helena Langewitz

    Dramaturgieassistenz: Holger Schumacher

    Bühnenbildassistenz: Manuel Schneider

    Projektorganisation: Magali Perret

    Sängerinnen und Sänger der Opernklasse und Instrumentalistinnen der Schola Cantorum Basliensis; in Zusammenarbeit mit La Cetra Barockorchester Basel und Elektronisches Studio Basel

    Aufführungen in Basel, 11., 13., 14., 15., 20., 21. Mai 2012, jeweils 19.30-21 Uhr ohne Pause; Einführungen ab dem 13. Mai um 19.00h;

    Sicht-Bar Eventhalle der Blindekuh Basel, Dornacher Str. 192, 4053 Basel

    Ein letzter, kurzer Teil der Aufführung findet im Dunkel des Restaurants der Blindekuh Basel statt

    Eintritt frei, Kollekte

    Platzkartenreservierung erforderlich: Telefonzentrale/Empfang Musik-Akademie Basel: Mo-Fr 9-12, 13-17 Uhr; 061-2645792

    Abendkasse ab 18.30 Uhr


    Aufführungen in Dresden 24. und 25. Mai 2012

    Weitere Auskünfte und Pressekarten über Christine Fischer:

    christine.fischer(at)mab-bs.ch, 061- 264 57 27

    TAGUNG

    Samstag, 29. Oktober 2011, Musik-Akademie Basel, Kleiner Saal

    "Francesca Caccinis La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina damals und heute". Internationale Tagung zur Einführung in die Probenarbeit der Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis

    mit Ilaria Hoppe (Berlin), Kelley Harness (Minneapolis), Adrian La Salvia (Erlangen), Suzanne Cusick (New York), Giorgio Paronuzzi (Basel)

    Detailprogramm der Tagung


    Dynamische, nicht stationäre Systeme: Anwendung in der Akustik der Blasinstrumente - Systèmes Dynamiques Non Stationnaires: Applications aux Instruments de Musique à Vent

    • Universität Le Mans
    • CNRS Marseille
    Forschende:
    • Pierre-André Taillard
    Forschungsgegenstand:

    Akustik der Blasinstrumente, Konsequenzen für Instrumentenbau und Unterricht

    Projektbeschreibung:

    Die Schola Cantorum Basiliensis ist mit einem Teilprojekt an einer grosse Untersuchung der Universität Le Mans und des CNRS Marseille beteiligt. Dieses Projekt an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Engineering und Geisteswissenschaft erforscht die Akustik der unstabilen Zustände, die bei Blasinstrumenten etwa beim Einschwingvorgang und beim Wechsel von einem Ton zum anderen vorkommen. Es geht darum, die relevanten physikalischen Vorgänge genau zu verstehen, nicht zuletzt, um auf dieser Basis Konsequenzen für die Spiel- und Unterrichtspraxis ziehen zu können. Das Gesamtprojekt ist in drei thematische Bereiche gegliedert, die in je einer Reihe von Teilprojekten bearbeitet werden: (1) Entwicklung vereinfachter physiaklischer Modelle, (2) Untersuchungen an konkreten Instrumenten, (3) pädagogische Umsetzung.
    Für die Schola Cantorum Basiliensis ist Pierre-André Taillard in den Bereichen (2) und (3) an Teilprojekten beteiligt. Seine Hauptaufgabe besteht in der Entwicklung einer Klarinette, die mit verschiedenen Sensoren ausgerüstet ist. Mit diesem Instrument wird das Spiel verschiedener Klarinettisten auf gemeinsame sowie voneinander abweichende Praktiken untersucht. Die Gültigkeit der entwickelten physikalischen Modelle wird dabei in der Praxis überprüft. Nutzen und Anwendbarkeit von einem solchen Instrument werden auch im pädagogischen Kontext bewertet. Damit sind künstlerische Praxis und Vermittlung als die beiden zentralen Bereiche einer Musikhochschule berührt.

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    The Reconstruction of Performing Conventions in Aquitanian Repertories of the 11th-13th Centuries

    Research team:
    • Prof. Dr Jeremy Llewellyn (Director)
    • Dr Agnieszka Budzińska-Bennett
    • Kelly Landerkin MA

    Cooperation:
    • Corpus Monodicum project at the University of Würzburg

    Financial support:
    • Schweizerischer Nationalfonds (SNF) / Swiss national Science Foundation

    One of the most immediate challenges facing the Humanities after the poststructuralist debates of the last decades is to develop new methodologies for thinking and writing about form and structure and their relevance for broader issues of interpretation and aesthetics.  The poetical and musical innovations which flourished in the Duchy of Aquitaine from the late eleventh century onwards present these challenges in a particularly acute form.  These ‘new songs’ or ‘nova cantica’, which took their place alongside tropes, proses, and ritual plays, explored and exploited the new possibilities of rhymed, accentual verse, the subtle recalibration of the relationship between text and music, and new conceptions of polyphonic performance.  Recent attempts by scholarship to edit these Aquitanian corpora have run into a variety of problems, not least because of the palaeographical challenges the manuscript witnesses throw up.  Indeed, the written form of these songs and chants would appear to be a prime example of ‘vicarious performance’, requiring a reconstruction of performing conventions and a more differentiated understanding of aesthetic choices.  Moreover, musicological studies have tended to distil certain aspects of the Aquitanian repertories off from others – e.g. genre classification, monophony versus polyphony – rather than regard questions of formal organisation and conventions across the whole of the manuscript versaria.  The planned new edition of the Aquitanian repertories by the recently inaugurated Corpus Monodicum project, based at the University of Würzburg, provides a unique opportunity for an international and interdisciplinary investigation of these issues spanning musicology, literary studies, and historical performance practice.  In reconstructing performing conventions in a systematic manner, the proposed project would develop epistemological tools for international colleagues charged with the philological task of editing these notoriously difficult repertories.  The goal of the project is, therefore, twofold: a new edition whose readings are based on the historically-grounded dialectical relationship between writing and performance; and a better understanding of the performing conventions and aesthetics which underpinned this efflorescence of creative activity in medieval Aquitaine.
    The two-year project is supported financially by the Swiss National Science Foundation